Ziele und Aufgaben des Landesverbandes


Der Landesverband der Gehörlosen Thüringen e.V.
mit seinen angeschlossenen 14 Ortsvereinen und 9 Selbsthilfegruppen ist der wichtigste Interessenvertreter der zirka 1.700 gehörlosen und hochgradig hörbehinderten Menschen – die Bürger Thüringens.

Das Hauptziel des Landesverbandes der Gehörlosen Thüringen e.V. ist es, gehörlose und hochgradig hörgeschädigte Bürgerinnen und Bürger im Land Thüringen in ihren persönlichen Belangen zu helfen und sie dabei zu unterstützen, bewusst und eigenverantwortlich ihren Platz in der Gesellschaft einzunehmen und ihnen eine barrierenfreie Teilhabe am politischen, sozialen und kulturellen Leben (insbesondere in Schule, Ausbildung, Beruf und Freizeit) im bezug der gesetzlichen Anerkennung der Deutschen Gebärdensprache (DGS) zu ermöglichen. Die Bekämpfung bzw. Abwehr aller diskriminierenden und schädigenden Erscheinungen, die Gehörlose bzw. hochgradige Hörgeschädigte sowie Gebärdensprache betreffen, sind selbstverständlich eine unserer wichtigen Interventionsbewältigungen zur Förderung der sozialen, kulturellen und gesellschaftlichen Integration bzw. zur Besserung der Lebensbedingungen dieses betreffenden Personenkreises.


Weiteres Ziel unserer Verbandsarbeit ist, unsere Forderungen im Freistaat Thüringen zu erfüllen:



Gleichstellung der Gehörlosen und hochgradigen Hörgeschädigten in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens
Praktische Umsetzung des Bundesbehindertengleichstellungsgesetzes (BGB), des Thüringer Gesetzes zur Integration und Gleichstellung von behinderten Menschen (ThürGIG) und des Neunten Sozialgesetzbuches (SGB IX)
Konsequente Umsetzung der Gesetzesregelung zur Anerkennung der Gebärdensprache (DGS) in allen Bereichen (insbesondere den Einsatz der Deutschen Gebärdensprache im Sinne einer Zweisprachigkeit in Familie, Frühförderung, Schule und Beruf)
Einflussnahme auf umfassende Sozialberatung durch Beteiligung von Beratungsstelle des Landesverbandes in allen sozialen Stellen (z.B.: Suchtberatung), die Gehörlose und hochgradige Hörgeschädigte betreffen
Anstellung hörgeschädigter Sozialpädagogen für sozialpädagogisch Arbeit an diversen Bildungseinrichtungen für Hörgeschädigte / Erstellung vonspezifischen Bilingualismus-Lehrplänen hinsichtlich des thüringerischen Lehrplanes
Schaffung von Möglichkeiten zum Erlernen der Gebärdensprache an normalhörenden Regelschulen oder höheren Schulen Thüringens als zusätzliche Fremdsprache im Wahlfach
Bildung und Durchführung einer Thüringer Gebärdensprachschule im Landesverband zwecks der Erlernung der Gebärdensprache für Hörende
Kostenlose Nutzung von Gebärdensprachkursen für hörende Eltern hörgeschädigter Kinder und deren Angehörigen
Nachteilsausgleich für Gehörlose und andere Hörgeschädigte unter 100 GdB (Nutzung aller Möglichkeiten, um eine Veränderung des thüringerischen Haushaltbegleitgesetzes zu erwirken, dass Hörgeschädigte ab 80 GdB Nachteilsausgleich erhalten)
Festschreibung der technischen und personellen Hilfsmittel für Hörgeschädigte im Leistungskatalog der Rehabilitationsträger im Sinne des SGB IX / Durchsetzung des Anspruchs auf Rehabilitationstechnik als Hilfsmittel
Erstellen diverser notwendiger Serviceangebote des täglichen Lebens für Gehörlose und hochgradige Hörgeschädigte / Stets rege Zusammenarbeit mit verschiedenen, regionalen und überregionalen Verbänden, Einrichtungen bzw. Instituten / Erstellung von Zielvereinbarungen nach ThürGIG
Einrichtung eines thüringerischen Notruffaxsystems auf der Basis einer einheitlichen Notrufnummer
Anerkennung des Berufsbild ‚Gebärdensprachdolmetscher’ und ‚Gebärdensprachdozent’ und deren Aufnahme in den Berufskatalog der Arbeitsämter bzw. IHK
Videotext-Untertitelung der Fernsehsendungen sowie Gebärdensprache im Fernsehen
Verbesserung der Zugänge zur Informationsgesellschaft und zu den Medien für Hörgeschädigte


Landesverband bei "Tag der offenen Tür" des Thüringer Landtages am 14.Juni 2008 in Erfurt .



Seit seiner Gründung vor 80 Jahren ist das Ziel des Landesverbandes „Hilfe zur Selbsthilfe“ und „Soziales Engagement“. Die Hörgeschädigten sollen motiviert werden, sich selbst aktiv für ihre Belange hinsichtlich der Verwirklichung ihrer rechtlichen, sozialen, medizinischen, bildungsmäßigen und kulturellen Grundrechte einzusetzen. Ohne soziales Engagement und Hilfestellung von Mitbürger Thüringens ist die Aufgabe der Selbsthilfe kaum zu bewältigen.

Der Landesverband ist ein anerkannter thüringerischer Ansprech- und Verhandlungsverband im Sinne des ThürGIG. Weiter ist er ein stimmberechtigtes Mitglied im Thüringer Landesbehindertenbeirat und bei der Landesarbeitsgemeinschaft Thüringen “Hilfe für Behinderte” e.V., einem Zusammenschluss der Behindertenverbände Thüringens. Er arbeitet zusammen mit dem Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband e.V. Landesverband Thüringen (DPWV), mit dem Deutschen Gehörlosen-Bund e.V. (DGB) und dessen angeschlossenen Landesverbänden, mit dem Förderverein der Gehörlosen der neuen Bundesländer e.V. sowie mit dem Gehörlosensportverband Thüringen e.V. (GSV Thüringen).



Aufgaben des Landesverbandes

Vertretung der Gehörlosen bzw. hochgradigen Hörgeschädigten im Deutschen Gehörlosenbund e.V. (DGB), im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband e.V. Landesverband Thüringen (DPWV), Landesarbeitsgemeinschaft Thüringen “Hilfe für Behinderte” e.V. und im Förderverein der Gehörlosen der neuen Bundesländer e.V. / Unterstützung der sozialen, kulturellen und politischen Richtlinien dieser Verbände bzw. Vereine / Zusammenarbeit mit dem Gehörlosensportverband Thüringen e.V.
Vertretung von Interessen und Ansprüchen gehörloser und hochgradig hörgeschädigter Menschen in wirtschaftlichen, sozialpolitischen, kulturellen, schulischen und beruflichen Angelegenheiten gegenüber öffentlichen und privaten Stellen Thüringens / Zusammenarbeit mit verschiedenen öffentlichen Verwaltungen und Ämtern, um Projekte im Hörgeschädigtenbereich sowie Gebärdensprachbereich zu fördern / Ansprech- und Verhandlungspartner der Landesregierung, der Landkreise und der kreisfreien Städte in Thüringen / Mitwirkung im Landesbehindertenbeirat im Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit (TMSFG), in den Stadtbeiräten der Städte Erfurt, Gera, Weimar und Suhl und in den Landkreisbeiräten Thüringens
Führung der Begegnungsstätte sowie der Beratungsstelle des Landesverbandes (Allgemeiner Sozialdienst) / Durchführung von Sprechstunden der LV-Beratungsstelle in Erfurt und im Raum Thüringen
Durchführung der Beratung, Informationsvermittlung, Betreuung und Begleitung im Alltagsleben (wie Ausfüllen von Formularen; Auswerten von Behördenschreiben; telefonische Terminvereinbarungen; Wohnungssuche u.a.) sowie in besonderen Lebenslagen hörgeschädigter Menschen (auch für Eltern bzw. Angehörigen hörgeschädigter Menschen, die insbesondere die psychosozialen und sprachlichen Aspekte der persönlichen Entwicklung berücksichtigt) / Ambulante Altenbetreuung für gehörlose und andere hörgeschädigte Senioren
Durchführung von Gebärdensprachdolmetschdiensten, Gebärdensprachkursen (zur Verbreitung der Deutschen Gebärdensprache sowie Lautsprachbegleitende Gebärden) sowie Veranstaltungen, die der politischen, sozialen und kulturellen Bildung dienen
Beratung, Unterstützung und Förderung der Ortsvereine bei ihrer Arbeit / Planung und Organisation von Schulungs-, Bildungs- und Fortbildungsmaßnahmen / Durchführung der LV-Arbeitstagung, LV-Workshop, LV-Informationsveranstaltung, LV-Mitarbeiterschulung sowie LV-Mitgliederversammlung / Planung und Organisation von Seniorentreffen, von Seminaren für gehörlose und hochgradig hörgeschädigte Frauen und Mädchen, von Veranstaltungen für gehörlose und hochgradig hörgeschädigte Jugendliche, alle auf Landesebene
Abbau von Barrieren für Gehörlosen und hochgradige Hörgeschädigten (z.B. durch Exkursionen, Info- Veranstaltungen, Fachvorträge, Erlebnis- und Bildungsfahrten, Spielnachmittage und -abende, soziale oder kulturelle Begegnungsveranstaltungen, Organisation von technischen und/oder personellen Kommunikationshilfeneinsätzen)
Bildung und Durchführung der Selbsthilfenvereinigungen, die sich mit den speziellen Bedürfnissen Hörgeschädigter beschäftigen, und der anderen Interessengemeinschaften zur Förderung und Durchsetzung der eigenen Interessen gegenüber der Öffentlichkeit
Förderung der bisher bestehenden Selbsthilfegruppen wie SHG für Arbeitskreis gehörloser KOFO-Gruppe, SHG für gehörlose Arbeitslose, SHG für gehörlose Senioren, SHG Taubblinde Thüringen, SHG für alkoholgefährdete Gehörlose, SHG für Eltern-Kind-Treff
Durchführung der Interessenaustausche zwischen Hörgeschädigten und Hörenden sowie Förderung der Begegnung und Verständigung Hörgeschädigter und Hörender untereinander / Aufklärung der Öffentlichkeit über die Auswirkungen von Hörschädigung, über die Sprache und Kultur gehörloser bzw. hochgradig hörgeschädigter Menschen sowie über die aktuellen Probleme dieser Betroffenen durch den Info- und Pressedienst und auch durch die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Medieneinrichtungen
Erarbeitung von Aufklärungs- und Informationsmaterial, Vereinsinformationen
Förderung kultureller und künstlerischer Aktivitäten sowie Wahrnehmung repräsentativer Aufgaben
Herausgabe der Thüringer Gehörlosen-Zeitung (TGZ)
Zusammenarbeit mit anderen regionalen und überregionalen Verbänden, Einrichtungen bzw. Instituten, die sich ebenfalls die Förderung und Unterstützung gehörloser und hochgradig hörbehinderter Menschen zum Ziel gesetzt haben / Regionaler und überregionaler Erfahrungsaustausch / Verbindung zu Förderzentren bzw. Förderschulen für Hörgeschädigte und ihren nahe verwandten Organisationen wie Elternvereinigung und zur Hörgeschädigten-Seelsorge


Klientel des Landesverbandes

1. gehörlose Erwachsene und Jugendliche ab 16 Jahren
2. schwerhörige Erwachsene und Jugendliche ab 16 Jahren
3. spätertaubte Erwachsene und Jugendliche ab 16 Jahren
4. mehrfachbehinderte hörgeschädigte Erwachsene und Kinder ab 16 Jahren
5. hörende Eltern hörgeschädigter Kinder
6. die Angehörigen der unter 1.-5. genannten Klientel


Anmerkung:

Jährlich werden ca. 8.000-10.000 Beratungen bzw. Betreuungsaufgaben durchgeführt (Angabe unter Einbeziehung der Telefon/Fax- und Schreibtelefonberatungen); dazu zählen ebenso Sozialbegleitungen, Dolmetschereinsätze wie auch Hausbesuche. Ca. 90% der zu betreuenden Personen haben wiederholten Bedarf an Beratung und Unterstützung.





Unsere Projekte – Ihre Spende

"Das Einzige,
was die Solidarität und Nächstenliebe zu retten vermögen, ist Unterstützung,
und der Weg zur Unterstützung nimmt im Herzen der Einzelnen seinen Anfang."

Die Arbeit des Landesverbandes der Gehörlosen Thüringen e.V. finanziert sich durch Mitgliedsbeiträge, öffentliche Zuwendungen und Spenden. In Zeiten knapper werdender Mittel sind auch die Zuwendungen, die wir aus öffentlichen Kassen für unsere Arbeit erhalten, bei weiterem nicht kostendeckend. Zur Aufrechterhaltung unserer bisherigen Arbeit sowie für die weitere Durchführung unserer oben genannten Aufgaben sind wir daher dringend auf Ihre finanzielle Unterstützung angewiesen. Mit Ihrer Spende stärken und unterstützen Sie die Maßnahmen und Projekte des Landesverbandes der Gehörlosen Thüringen e.V..

Spendenkonto:

Landesverband der Gehörlosen Thüringen e.V.

Bankinstitut: Sparkasse Mittelthüringen
Kontonummer: 13 007 99 44
Bankleitzahl: 820 510 00

(Als Verwendungszweck bitte "Spende" und evtentuell die ausgewählte Maßnahme eintragen! Bitte auch Name und Adresse eintragen!)

Der Landesverband der Gehörlosen Thüringen e.V. ist durch das Finanzamt Erfurt für Körperschaften als ausschließlich und unmittelbar gemeinnützigen und mildtätigen Zwecken dienend anerkannt. Die Förderung dieser Zwecke gilt als besonders förderungswürdig.

Spenden können von der Steuer abgesetzt werden. Die Ausstellung einer Spendenbescheinigung und der Eintrag in unsere öffentliche Spenderliste, in unsere Website und/oder in unsere "Thüringer Gehörlosen-Zeitung" erfolgen auf Wunsch.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!



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