Kommunikationsassistenz

Info über Komm-Assistenz


Kommunikationsstruktur und Ziele
für taubblinde Menschen und deren Kommunikationsassistenz


1. Kommunikationsassistenz

Allgemeine Kommunikation wird durch Persönliche Assistenz gewährleistet. Darunter versteht man jede Art von Persönlicher Kommunikationshilfe und Begleitung. Sie ermöglicht ein unabhängiges und selbstbestimmtes Leben in der Gemeinschaft und unterstützt die Hilfsbedürftige im privaten und dienstlichen Bereich.

Schwerpunkte für die Kommunikationsassistenz sind:

- Persönliche Assistenz durch Hilfspersonen
- private und dienstliche Bereiche
- begleitende Hilfen
- Führungshilfen
- Kommunikationshilfen

Unter der Kommunikation verstehen wir die sowohl Verständigung zwischen taubblinden oder hörsehbehinderten Menschen als auch mit Personen in seiner Umwelt. Das geschieht mittels Mundbild und Gebärden (durch Händebewegung). Wer als taubblind oder hörsehbehindert gilt oder eingestuft wird, möchte eine solche Assistenz (Begleitung) als Orientierungshilfe im alltäglichen Leben gebrauchen.

Als zukünftige Assistenznehmer/innen sollen sie selbst die Möglichkeit haben, mit speziellen, begleitenden Kommunikationshilfen ihren dementsprechenden eigenen Lebensstil gestalten zu können.

Wir helfen Ihnen in den Persönlichen Gesprächen, Ihren Bedarf zu erörtern und abzudecken. Der Bedarf der Persönlichen Assistenz beschränkt sich nicht nur auf Hilfe im Rahmen eines Persönlichen Budgets oder Hilfe im Sinne des Pflegegeldgesetzes, sondern geht weit darüber hinaus.

Hilfe zur Begleitung sind beispielsweise:

- Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel
- Gestaltung des privaten oder dienstlichen Lebensbereiches
- Gestaltung barrierefreier Unterkünfte/ Verpflegung und Versorgung
- Unterstützung beim Planen der Lebensführung
- Kostenangelegenheiten, sowie Begleitung in Freizeit und Urlaub.

Wichtig: Taubblindenassistenz (TBA) und Kommunikationsassistenz (KA) müssen
Disziplin und Ordnung bewahren und sich gegenseitig respektieren!


Persönliche Assistenz (PA) hängt von 2 Seiten ab, von hörsehbehinderten Menschen als Assistenznehmer und von den Hilfspersonen als Assistenzgeber. Nun erklären wir kurz die Inhalte und Zusammenhänge. Dazu gehört die Frage:

Wie ist eine Assistenz zu verrichten?
Die Assistenten/in erkennen zunächst selbst die benötigten Hilfeleistungen. Sie sprechen dies anschließend mit den Betroffenen ab und wissen somit gemeinsam, in welchem Umfang Assistenzleistungen gebraucht werden.

Wo finden Assistenzleistungen statt?
Das kann sehr unterschiedlich sein. Es richtet sich danach wo Hilfe gebraucht wird, z.B. in der eigenen Wohnung, am Bahnhof, am Urlaubsort, bei Besuchen von Freunden oder Familienangehörigen, am Arbeitsplatz, bei Ämtern und Behörden usw. Man kann diese Leistungen dann in einen Dienstplan schreiben und festlegen, wann und wo Assistenz erfolgt, je nach Tagesablauf und Lebensstil.

Wer als taubblinder oder Assistenz benötigt, kann jederzeit einen Antrag stellen. Dann werden sie zu sogenannten „Assistenznehmern“, denn sie möchten gern, dass ihnen eine Person zur Verfügung steht und nehmen die Hilfe an; verbunden mit einer Bezahlung ihrer AssistentInnen.

Assistenznehmer sind alle Personen, die unter vererbbaren Netzhauterkrankungen oder sonstigen Augenkrankheiten oder Erkrankung zusätzlicher Sinnesorgane leiden.

Was sollten Assistenznehmer beachten bei der Auswahl der AssistentInnen?

- Zerfikate vorhanden ? Genau anschauen!
- Assistenz braucht spezielle Lehrgang oder Weiterbildung
- Videotext, Medien und kostenlose Zeitung besorgen
- Führungstechniken erlernen > Seminare dazu sind freiwillig!


2. Aufgaben des Vertrages

Die Kostenleistung bestimmen sie als Assistenznehmer selbst. Dazu gehören die Entscheidung, wer Assistenten/in ist, welche Verträge geschlossen werden oder wie Dienstpläne aussehen.

Bei Assistenz wird die Verwendung der Ihnen zustehenden Finanzmittel kontrolliert und bestimmt, z.B. Leistungen der Persönliches Budget oder nach dem Pflegegeldgesetz oder entsprechend den vorhandenen Sozialfonds. Ihre Persönlicher Assistenz steigert auch den Wert ihrer persönlichen Lebensqualität und ihrer eingeschränkten oder eingeengten Lebenssituation. Es stärkt die Leistungsfähigkeit in vielen Lebensbereichen und verhindert, dass Personen von dem umfassenden Hilfebedarf und Beratungsangeboten ausgeschlossen werden.

Folgende Kosten werden zunächst für eine Assistenz vorgeschlagen:

- für Assistenz- und Begleitungskosten: Pro Tag pro Stunde kostet 10,00 €
- für Kommunikationskosten: Pro Tag pro Stunden kostet 20,00 €

Die Assistenznehmer können mit Betreuern oder Pflegern über die Höhe der Kosten/Leistungen vereinbaren. Der Unterschied liegt in der Art und Weise und im Schwierigkeitsgrad der Erbringung.

Bei Arztbesuchen, Gerichten, Polizei, Arbeitsamt, Integrationsamt u.a. werden die Kosten für Dolmetscher voll übernommen, eine Unterstützung für zusätzliche Begleitung erfolgt nur auf vorherigen Antrag. Sie haben auch die Möglichkeit ein „Persönliches Budget“ zu beantragen. Dort wird geprüft, welche Leistungen sie zukünftig als Geldbetrag ausgezahlt bekommen, um damit ihre AssistentInnen bezahlen zu können.


3. Persönliche Assistenz im Privatbereich

Die Assistenznehmer bedürfen auch der Hilfe und Pflege in privaten Lebensbereichen (z.B.: Haushaltreinigen, Malern, Instandsetzungsarbeiten, Spülen, Waschen, Hilfen bei sonstigen Dienstleistungen, Service für Telefon usw.). Folgende Handgriffe, für die Sie persönliche Hilfe benötigen, gehören zum Aufgabenbereich einer Assistenz:

- Einkaufen > kann man auch gemeinsam erledigen
- Begleitung beim Spazieren gehen
- Verpflegung (Essen, Getränke)besorgen
- Haushaltshilfe
- Bekleidung (Farb- + Stilberatung)
- Besorgungen, Unternehmungen (Arzttermine, Apotheke usw.)
- Speisen kochen oder erwärmen
- Museum-, Messen-, Kino-, Theater-, Exkursionsbesuche
- Hilfen für Hygiene od. Toilette
- Wandertag, Sportveranstaltungen, Kulturelle Veranstaltung
- Hausbesuche und mobile Beratung
- bei öffentlichen od. privaten Verkehrsmitteln Begleitung stellen
- sonstige Dienstleistungen (Briefe, Anrufe, Ämter etc.)

noch ein Empfehlung beim Reisen:
- bei Assistenz od. Begleitung helfen Betroffene selbst mit (z.b. Rucksack tragen)!


4. Hilfestellungen

Kleinere Handgriffe oder Hilfestellungen sind nötig, wenn sie aufgrund ihrer Behinderung nicht selbst ausreichend erledigt werden können. Dazu zählen das Kommunizieren, um sich miteinander zu unterhalten bzw. zur Hand zu gehen. Außerdem geben sie auch ihren Angehörigen, die sonst diese Kommunikationshilfestellung erledigen, etwas Freiraum zum Durchatmen. Diese Zusammenarbeit hat nichts gemeinsam zu tun mit einer Krankenbetreuung, Heimhilfe oder Bedienung.

Die Assistenznehmer können jemanden etwas ausrichten oder Besorgungen verrichten lassen, z.b. Betreuung, Beratung, Besorgungen, Versorgung usw.. Wer noch Angehörige hat, könnte diese im Notfall fragen und so sicherstellen, dass sie meistens helfen und rund um die Uhr das sein können. Wer aber keine Angehörigen mehr hat, bedarf der Assistenz, die durch die Vermittlungszentrale in Erfurt und in Thüringen erfolgen kann. Dafür bitte einen Antrag ausfüllen, so dass die Hilfen bereitgestellt werden können. Sprachliche (verbale) und Nicht-sprachliche (non-verbale) Kommunikationsformen sind:

- Taktile Gebärdensprache
- Taktiles Fingeralphabet (Daktyl-Alphabet)
- Lormen
- Zeichensprache
- Brailleschrift (Blindenschrift)
- Gebärdensprache (Deutsche Gebärdensprache oder Lautsprache) für Abstand bis 1 Meter im Gebärdenraum (für röhrenförmige Gesichtseinschränkungen)


5. (Persönliche) Arbeitsassistenz am Arbeitsplatz

Im Bereich des Arbeitsplatzes sind Persönliche Assistenz, Arbeitsbegleitung und Sozialbetreuung die wichtigsten Bereiche, wenn es um Unterstützungsarbeit durch unsere AssistentInnen geht. Hier wählen Sie, die von Ihnen benötigte Hilfe bzw. Unterstützung selbst aus, z.B.:

- Handreichungen am Arbeitsplatz
- Fahrtbegleitung zur Arbeitsstelle und nach Hause
- Stundenweise Bestellung von AssistentInnen
- Reisebegleitung bei Dienstreisen
- Begleitung bei Verpflichtungen, außerhalb des Büros (Veranstaltungen, Versammlungen, Kundenbesuche, Behörden usw.)
- Fahrtbegleithilfe beim Ein- und Aussteigen von Verkehrsmitteln
- Manuelle Tätigkeiten, z.b. Hilfen zum Einkaufen (Dinge aus Regalen herausholen oder stellen)
- Taschen fertig packen
- Kopien, faxen, heften, Ablagen sortieren als manueller Hilfebedarf
- Schriftverkehr ausführen, Mitschriften anfertigen, Tippen
- Aus- und Anziehen von Jacke, Handschuhen
- Essenversorgung organisieren
- Assistenz zur Toilettenbenutzung etc.

Die Assistenznehmer treffen dann ihre Entscheidungen selbst, wann und warum sie Hilfen brauchen, z.b.: Hilfen für das Abholen und Bringen zwischen Wohnort und Arztbesuch/ Arbeitsplatz/ Ämtern, wenn keine öffentlichen Verkehrsmittel vorliegen. Wer keinen PC oder Laptop oder Computer als Lesehilfen besitzt, kann jemanden besuchen. Dann lassen sich auch Lösungen für Probleme finden und man kann Informationen erfragen.

Persönliche Assistenz soll gewährleisten, dass hilfebedürftige Menschen die konstant gleichen Anforderungen des Lebens bewältigen können. Dabei ist es egal, welcher Lebensbereich betrachtet wird. Bei der Persönlichen Assistenz am Arbeitsplatz entscheidet der Hilfebedürftige wer, wann, wie und welche Hilfe geleistet werden kann oder soll. Das gilt ebenso für den privaten Bereich, nicht nur für Arbeitsassistenz.

Jeder Assistenznehmer hat das Recht auf freie Auswahl von Dolmetschern oder Betreuern oder Assistenz usw. Beide Seiten können dazu einen Termin vereinbaren!


6. Assistenzantrag für die Vermittlungszentrale

Sie können sich selbstständig anmelden. Dazu füllen sie eine Anmeldung für Sich und/ oder ihre/n Assistentin aus. Dadurch erhalten Sie Unterstützung durch eine Assistenz. Das geht so:

1) Formlos Antrag ausfüllen
2) Antrag ausfüllen
3) Termin und Zeit bestellen und vereinbaren
4) Was und wohin möchten Sie mit der Assistenzperson?
5) Welche Kommunikation wird gewünscht; es gibt dabei viele verschiedene Kommunikationsformen
6) Vertrag unterschreiben und abschicken


7. Anmeldung und Kontakt

Landesverband der Gehörlosen Thüringen e.V.
- Assistenzvermittlung -
Hans Grundig Str. 25
99099 Erfurt


Vermittlung und Antragsformular


Assistenz-Antrag

- Antrag in PDF-Dokument


Eintragung: Assistenzantrag mit Aufgaben

-
Anmelden (bitte notieren, ob Taubblind „TBL“)
- Bereiche: Arzt, Beratung, Behörden, Semester etc.
- Veranstaltung, Bildung, Versammlung, Feiern, Trauerfeier etc.
- Zeitraum: Termin und Zeit bereitstellen, Kostenbeantragung erstellen, Pünktlichkeit

Wichtig: bei plötzlichen Notfällen muss rechtzeitig abgemeldet oder abgesagt werden >>> per Fax oder SMS oder Telefon (alles vorhanden)! Disziplin und Ordnung !!

Besser 24 Stunden vorher absagen, damit eine neue Assistenzperson eingesetzt werden kann (Wichtig: im Vertrag steht immer eine Nummer).

Die Krankenkasse übernimmt teilweise die Kosten für Begleitung des Assistenznehmers zum Arzt oder Physiotherapie oder Kuraufenthalt usw. (vorher Antrag stellen!)


Assistenzvermittlung

Wir brauchen Begleitungskontakt - auch für nicht-sehbehinderte Menschen. Alle sind herzlich willkommen. Wir wollen die Kontakte zwischen Behinderten und Nichtbehinderten Menschen verbessern. Wenn Interesse besteht, melden Sie sich bitte bei uns.


Vorhandene Assistenten

Marita Müller (hörbehindert)

Fax: 03 61 - 423 34 31 (privat),
Fax: 03 61 – 26 28 90 16 (dienstlich)
Handy: 01 76 23 54 73 98
E-Mail: maram77@web.de

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Torsten Weidel (gehörlos)

Fax: 03 61 - 55 46 76 2 (privat)

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Thomas Schulz (hörend)

Telefon + Fax: 03 61 – 345 29 64 (dienstlich)
E-Mail: t.schulz@lvglth.de


Selbsthilfevereinigung

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